Mitten in die Lähmung und Resignation der späten Milošević-Ära platzt für einen serbischen Autor die Einladung zu einem Aufenthalt als Rockefeller-Stipendiat in Bellagio am Comer See. Er fliegt nach Italien, wird in einer luxuriösen Villa unter Wissenschaftlern aus aller Welt einquartiert ‒ und stellt fest, dass er unfähig ist, auch nur einen Satz zu Papier zu bringen. Stattdessen verlegt er sich aufs Wandern, erkundet die Umgebung, beobachtet die bunte Gesellschaft der anderen Stipendiaten, schließt Freundschaft mit Ortsansässigen und dem Personal der Villa und beginnt immer mehr zu trinken. Geradezu meditativ reihen sich die gleichförmigen Tage aneinander. Doch immer wieder durchbricht ein Höhepunkt wie ein Sonnenstrahl den Dunst der vermeintlichen Eintönigkeit ‒ wenn der Erzähler den Berg über dem See besteigt und aus unmittelbarer Nähe den majestätischen Flug eines Adlers beobachtet.