„Aber Jakob ist immer quer über die Gleise gegangen.“ Der berühmte Eingangssatz zu einem der großen Romane der Nachkriegszeit, dem Debüt eines der wichtigsten Erzähler des 20. Jahrhunderts, wurde von seinem Verfasser in der DDR niedergeschrieben. Als sein richtiger Name auf die Titelseite des Buches in der BRD gedruckt wurde, zog er nach West-Berlin um – als Flüchtling wollte er nicht gelten. Nach Erscheinen des Romans erklärte die Kritik Uwe Johnson zum Schriftsteller der „beiden Deutschland“. Auch wenn er sich gegen ein solches Etikett wehrte – nicht nur in seinem Erstling, auch in den folgenden Büchern beschreibt er das Leben in Deutschland West und Deutschland Ost – und was sie getrennt hat und trennen wird.
Fulminant in der Erzählweise, humoristisch-hintersinnig, detailliert die Verhältnisse beschreibend, in denen sich die als vom Autor mit Eigenleben ausgestatteten Personen bewegen, gehört dieser Roman zu den modernen, immer neue Aktualität gewinnenden Werken über deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert.