Dieser makedonische „Mega-Bestseller“, der nicht nur mit mehreren auch internationalen Preisen bedacht wurde, sondern auch innerhalb Makedoniens bereits zwölf Auflagen erreichte und in mehrere Sprachen übersetzt worden ist, ist eine mehrfache Mystifizierung. Das Buch besteht aus einer Einleitung, angeblich verfasst vom Bruder eines gewissen V., eines verstorbenen Zirkusartisten, in dessen Nachlass der Bruder – ein pedantischer Beamter – ein Romanmanuskript sowie Tagebuchaufzeichnungen gefunden haben will, die er nunmehr zu veröffentlichen gedenke. An diese Einleitung schließen sich das Buch „Der Nabel der Welt“ (Romanmanuskript), das Buch „Auswirkung“ und das Buch „Licht“ (Tagebuchaufzeichnungen) an, gefolgt von einem Nachwort des Literaturwissenschaftlers Venko Andonovski und der angeblichen Fotokopie von Jugendgedichten V.s. Das erste, in einer pseudo-archaischen Sprache verfasste Buch spielt im neunten Jahrhundert, der Zeit, in der die slawische Schrift eingeführt wird, am Hof des byzantinischen Logotheten, und könnte als eine Art Philosophie-Krimi in Ecoscher Manier bezeichnet werden; im zweiten Teil, dem „Tagebuch“, spiegelt eine Liebesgeschichte im Jugoslawien der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Geschehnisse des ersten Teils wider.