Der Roman Sanduhr ist der letzte Teil einer Trilogie, der Danilo Kiš  den Namen „Familienzirkus“ gab. Er ist „ganz einer mythischen Vatergestalt gewidmet, einem ‚Luftmenschen‘ und Wanderphilosophen, ‚Muromanten‘ (Entzifferer von Wandflecken) und Eisenbahnbeamten, Trinker und Weltenerklärer, den es, als einen anderen Ahasver, durch den seither versunkenen, nein: vernichteten Kontinent ‚Pannonien‘ umgetrieben hat. Bis in die verborgensten Nischen der Biographie hinein erkundet, erforscht, und selbst in den alltäglichsten Verrichtungen preist und feiert Kiš seinen gewiss bizarren Helden, einen Utopisten der hochgemuten Aufflüge und zerknirschten Abstürze, der nervösen Ausbrüche und ruhigen Selbstgewissheit, einen ‚Luftmenschen‘ eben, der sich über die Erde erhoben hat und doch in alles Verderben auf ihr niedergeholt wird. […] Danilo Kiš montiert Verbürgtes, Erdachtes, Überliefertes, Mögliches, Gefundenes und Erfundenes ineinander, um in einem bezwingenden Kunstwerk auf der Höhe unserer Zeit die hingemordete, ausgelöschte seiner Kindheit neu zu erschaffen“ (Karl-Markus Gauß in „Die Zeit“).