Mit in jeder Hinsicht außergewöhnlichen menschlichen Zuständen beschäftigt sich Mojca Kumerdej in ihrem Erzählband Temna snov. So wie sich die dunkle Materie in der Astronomie nur an ihren Auswirkungen erkennen lässt, bestehen auch in ihren Erzählungen unzählige Dinge nur unter der Oberfläche und schwellen unsichtbar an, bis sie auf einmal an die Oberfläche treten und alles auf eine radikale und überraschende Weise verändern. In einer Polyphonie unterschiedlicher Erzählerstimmen beschreibt Kumerdej die anhaltende Spannung zwischen dem Wunsch nach persönlicher Freiheit und entgegenlaufenden gesellschaftlichen Bestrebungen, die keine Abweichungen und keine Kreativität dulden, sondern den Menschen auf die Ebene der Steuernummer, des Roboters oder der rein biologischen Angelegenheit reduzieren wollen.