Alexander Moissi, Enrico Caruso und Rudolph Valentino beherrschten in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die Schlagzeilen der Zeitungen und Illustrierten. Moissi führte das Leben eines frühen Pop-Stars, Casanovas und Abenteurers. In den Stücken von Ibsen und Pirandello war er der Protagonist des modernen zerrissenen, morbiden Menschen und zugleich ein weltberühmter Shakespeare- und Tolstoi-Darsteller, denn der Tod war sein Markenzeichen. Keiner starb auf der Bühne so oft und so vollendet schön wie Moissi. Mit Max Reinhardt begründete er 1920 die Salzburger Festspiele und spielte den ersten „Jedermann“. Als Exot in Deutschland geliebt und gehasst, gefeiert in den Metropolen Europas und Amerikas, stirbt Moissi 1935. Ein Schicksal, eine Karriere, so grausam und schön wie ein Märchen – die Geschichte vom Leben eines Mannes, der im Jahrhundert der Weltkriege und Völkermorde das Sterben als individuelle Kunst vorführte.