Die mächtigen Schwingen der Einsamkeit, der Trauer und Verzweiflung sind Pavle Goranović‘ Gedichten bestens vertraut, ebenso wie die raren Momente von Glück und Erfüllung. Der Autor weiß um die Nichtigkeit von Welt und Sprache angesichts des eigenen Todes: Er weiß aber auch um die Kraft, die sich daraus schöpfen lässt. Diesen schwer fassbaren existentiellen Momenten nähern sich die Gedichte über Erinnerungen an die Liebe zu Frauen, an einen Ursprungsmoment in der Jugend oder die alles übersteigende, grundlose Freude auf Reisen. Und sie klagen zugleich über die Abwesenheit des Moments in einer sich zunehmend aus den Augen verlierenden Gesellschaft.

Der zweisprachige Gedichtband Die schwindende Stadt von Pavle Goranović ist in der Lyrikreihe tradukita poezio bei Edition Korrespondenzen, Wien erschienen. Ausgewählt und aus dem Montenegrinischen übersetzt von Jelena Dabić.