„Die Zeit überrollte dich in dem Augenblick, als du aufbrachst“, heißt es in Lidija Dimkovskas Gedicht „Reise“. Der Aufbruch in ihren Texten ist oft aus der Not geboren, dem Krieg. Die Verheerungen sind noch überall zu spüren, die Ruinen der Häuser und Menschen. Die Menschenrechte eignen sich zum Staubwischen. Auch wenn die Reisen nach Berlin, Lissabon oder New York führen, immer bleibt die Herkunft, der Balkan präsent. Aber da ist nun eine Trennwand dazwischen, eine Scheibe wie in einem New Yorker Taxi oder „eine automatische Tür eines Zugs“, die dich von den anderen trennt, die dich vom eigenen Leben abschneidet.

Црно на бело von Lidija Dimkovska ist in deutscher Übersetzung von Alexander Sitzmann unter dem Titel Schwarz auf weiß bei parasitenpresse, Köln erschienen.