Ciganin, ali najljepši [Ein Zigeuner, aber der schönste] ist eine literarische Meisterleistung. Der Autor verleiht Randfiguren, die in der Literatur üblicherweise nur als stereotype Nebencharaktere auftauchen, die Rolle der Protagonisten und zeichnet die Realität, so wie sie wirklich ist. Der junge Rom Sandi verliebt sich in Milena, eine 40-jährige geschiedene Frau, die grundlos ihren Job verloren hat. Nuzat, ein Kurde aus Mosul, ist auf der Suche nach einem (besseren) Leben und will der Gefahr entfliehen. Plančić, der PR-Mann der Zagreber Polizei, versucht einen Skandal zu vertuschen. Inmitten all dieser Geschichten taucht eine Leiche auf. Diesen Roman könnte man als einfachen Krimi lesen, doch unter der Oberfläche skizziert der Autor ein exaktes Sittengemälde und verweist auf die Tragödien, die sich in unserer unmittelbaren Umgebung, hier und jetzt, abspielen. Das Buch wurde zum besten Roman des Jahres ernannt und auch schon für die Bühne adaptiert.