Gustav Radbruch (1878-1949) war einer der bedeutendsten Rechtsphilosophen des 20. Jahrhunderts. 1878 in Lübeck geboren, studierte in München, Leipzig und Berlin Jura. Er lehrte als Professor Strafrecht und Rechtsphilosophie in Heidelberg, Königsberg und Kiel. 1920 wurde er Reichstagsabgeordneter für die SPD, 1921 Justizminister. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Radbruch als erster deutscher Professor aus dem Lehramt entlassen. 1945 setzen die Alliierten ihn wieder ein. Seine Rechtsphilosophie erlangte bei der juristischen Aufarbeitung des NS- und des SED-Unrechts auch praktische Bedeutung.