Der 19. Januar 2018. Am 99. Jahrestag von Karl Liebknechts Tod, versammeln sich um die 30 Leute aus der ganzen Welt im Liebknecht-Haus in Leipzig, um an einem Projekt teilzunehmen. Alle teilnehmenden Personen haben gemein, dass sie in Straßen oder an Orten wohnen, die nach Liebknecht, dem deutschen Sozialisten, benannt sind. Als Teil des Projekts erzählen die Personen aus ihrem Leben. Dies ist der Rahmen der 27 Kurzgeschichten, die in Lidija Dimkovskas neuestem Erzählband vorkommen. Und so hören wir über Tausende Kilometer hinweg Geschichten aus Wien, Sankt Petersburg, Qaraghandy und Bagdad zu. Die Erzählungen weben einen dichten Teppich menschlicher Schicksale, in all ihren historischen, sozilogischen und politischen Facetten, kompliziert und (un)vorhersehbar – aber vor allem nachvollziehbar.