Buch Wien 26
Supporting European Stories – Literatur aus Südosteuropa
TRADUKI zu Gast auf der Buch Wien 2026
Supporting European Stories – Literatur aus Südosteuropa
TRADUKI zu Gast auf der Buch Wien 2026
Lassen Sie sich von TRADUKI mitnehmen auf eine literarische Reise durch Südosteuropa! Mit Zwischenstopps in Bukarest, Sofia, Skopje, Tirana, Belgrad, Zagreb, Ljubljana und einem Abstecher nach Vaduz und Wien, zum Messestand A38 in Halle D.
Die Drehbuchautorin, Film- und Theaterregisseurin Nina Kusturica spricht über den Schreib- und Entstehungsprozess ihres neuesten Films Mama Sarajevo. Darin kehrt sie mit ihrer Mutter von Wien nach Sarajevo zurück, um den Verkauf ihrer Familienwohnung im Marijn Dvor (Marienhof) zu organisieren – 32 Jahre nach der Flucht. Es geht ihr dabei um eine Erforschung eines Ortes und dessen, was dieser als alte Heimat bedeutet, politisch sowie persönlich.
Unter anderem dienten die Texte Maria Todorovas als Grundlage für eine intensive Beschäftigung mit Aspekten der Verbundenheit, der imperialistischen Methoden der Habsburger Monarchie, sowie der Verwendung des Begriffs Balkan.
In Kooperation mit dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport der Republik Österreich, Creative Europe Desk Austria und dem drehbuchFORUM Wien.
Michael Donhauser wird 2026 mit dem H.C. Artmann Preis für Lyrik der Stadt Wien ausgezeichnet. Seit seinem 1986 erschienenen Debüt Der Holunder habe er „mit beeindruckender und zugleich kontinuierlicher Schreibarbeit ein umfangreiches Oeuvre von herausragender literarischer Bedeutung vorgelegt“, begründete die Fachjury ihre Entscheidung. Der Band Unter dem Nussbaum. Lyrik und Prosa 1986 bis 2023 vereint bereits Veröffentlichtes, Verstreutes und Verlorengeglaubtes, richtet seinen Blick aber auch auf neue Texte, die anheben zu einem „Schlagen mit den Flügeln, hin zu jenem Ort, wo sich zeigt, was Gedichte vermögen“.
Über Altes, Neues und Zukünftiges wird Michael Donhauser mit Johanna Öttl sprechen.
Eine Veranstaltung der Kulturstiftung Liechtenstein.
Dieser Roman erzählt eine Familiengeschichte über zwei Generationen, von den 1970ern bis in die Jetztzeit. Fünf Familienmitglieder erzählen abwechselnd ihre Sicht der Dinge und Ereignisse – Vater, Mutter, der große Bruder mit kriminellen Auffälligkeiten, der kleine Bruder mit homosexuellen Neigungen und die alleinerziehende Schwester. Die Leser:innen erfahren von tragischen Komplikationen und Unglücksfällen, die oft selbstverschuldet sind, für die Beteiligten aber stets wie aus heiterem Himmel kommen, bis schließlich Hiobsbotschaften über die Familie hereinbrechen. Dies alles spielt vor dem Hintergrund harter gesellschaftlicher Transformationsprozesse in Bulgarien, und jeder versucht sich zu retten, so gut er kann.
In Zusammenarbeit mit dem Bulgarischen Kulturinstitut Wien/Haus Wittgenstein.
Die Gedichte von Lidija Dimkovska reagieren unmittelbar auf die drängenden Fragen unserer Zeit: auf existenzielle Krisen, auf persönliches und kollektives Erinnern, auf Migration, wachsende Fremdenfeindlichkeit und den Verlust von Menschlichkeit und Solidarität. Mutig und unnachgiebig benennt sie in Grenzzustand (ETA Verlag, Ü: Alexander Sitzmann) die Probleme und wird so eine wichtige Stimme aus dem Südosten für ganz Europa.
Lolita32 (parasitenpresse, Ü: Eva Ruth Wemme)ist ein Buch voller Action, seltsam für einen Lyrikband, aber selbstredend, wenn man bedenkt, dass Livia Ștefan ihn verfasst hat. Diese Gedichte sind wie die Autorin auch stürmisch und leidenschaftlich, der Rhythmus gehetzt und dennoch harmonisch. Der druckfrische Lyrikband überzeugt und lässt die Leser:innen nicht mehr los bis zur letzter Seite.
In Kooperation mit dem Kulturministerium Rumäniens.
Ein literarisch-musikalischer Zwischenhalt in der Ziel- und in der Gegenrichtung.
Gerhard Ruiss, Autor und Musiker aus Wien und Steiner, die Literaturbande aus Liechtenstein begegnen sich an literarisch-musikalischen Kreuzungspunkten, dichten, singen und reden über das Wienerische an Liechtenstein und/oder umgekehrt.
Eine Kooperationsveranstaltung der Kulturstiftung Liechtenstein und des Literaturhauses Liechtenstein.
Seit dem Start des Wettbewerbs 2009 wurden 216 Literaturschaffende mit dem European Union Prize for Literature (EUPL) ausgezeichnet, viele mehr waren nominiert und präsentierten sich im aufwändigen Selektionsprozess. Der EUPL hebt aufstrebende literarische Stimmen aus den Ländern hervor, die am EU-Förderprogramm Creative Europe teilnehmen. Doch (wie) kann Literatur aus so vielen Sprachen überhaupt verglichen werden? Wie arbeitet eine vielsprachige Jury? Welche Wirkung entfaltet der Preis und wem nützt er letztlich? Wir stellen den EUPL vor und lassen Nominierte und Preisträger:innen zu Wort kommen.
Lidija Dimkovska (Nordmazedonien), Tatiana Țîbuleac (Republik Moldau) und Mathias Ospelt (Liechtenstein) sprechen darüber, was der EUPL für sie bedeutet hat und welche Auswirkungen er auf ihre jeweilige literarische Karriere hatte.
In Kooperation mit dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport der Republik Österreich, Creative Europe Desk Austria, dem Ministerium für Kultur und Medien der Republik Kroatien und der Kulturstiftung Liechtenstein.
Michael Donhauser ist Preisträger, des H.C.Artman-Preises 2026 der Stadt Wien. «Ein Aufhören, Aufrichten, ganz in Schwarz ein Atemzug Aufmerksamkeit» – mit diesen Worten setzte Michael Donhauser vor nun fast vierzig Jahren an zum poetischen Flug, der bis heute nicht an Höhe, nicht an Verve und nicht an Versatilität verloren hat. Getragen von einem Wind, der den Rhythmus vorgibt, manchmal aufbraust, an den Bäumen, den Rosen rüttelt, dann wieder abklingt, gleich einem Atem in allem, «wehend von fernher und feiernd», erkundet Donhausers Dichtung seitdem die Welt mit jedem Vers ein Stückchen mehr, schaut um sich und lauscht, fächert sie auf und lässt sie sinnlich erfahrbar werden in einem allein der poetischen Wahrnehmung verpflichteten Werk.
Eine Veranstaltung der Kulturstiftung Liechtenstein in Kooperation mit dem Literaturhaus Liechtenstein, der Botschaft und Ständige Vertretung des Fürstentums Liechtenstein in Wien.
Der Roman Erste Töchter ist der dritte Teil der autofiktionalen Trilogie von Ljuba Arnautović, in der sie anhand ihrer eigenen Familie ein Stück Zeitgeschichte Europas im 20. Jahrhundert erzählt. Der serbische Übersetzer und Verleger Relja Dražić hat den Roman, wie auch schon die beiden ersten Teile Im Verborgenen und Junischnee, ins Serbische übertragen und ihn damit in einen weiteren europäischen Kontext eingewoben. Elena Messner, die sich in ihren eigenen Werken intensiv mit geschichtlichen Kontexten und dem Thema Flucht auseinandersetzt, spannt zusammen mit Ljuba Arnautović und Relja Dražić einen Bogen aus der Geschichte in die Gegenwart, zu den hochaktuellen Themen Krieg, Heimatverlust und Migration.
In Kooperation mit dem Forum Literaturübersetzen Österreich.
Ein Mädchen sucht ihren verlorenen Hund und löst dabei eine Welle der Freundlichkeit aus, die eine ganze Nachbarschaft verändert. Das All-Age-Bilderbuch erzählt seine berührende Geschichte ganz ohne Worte, allein durch die Illustrationen, und zeigt eindrucksvoll, welche Kraft in kleinen Gesten steckt.
Jung ist sie, Dina, die Dramaturgin, die mit gerade einmal 30 Jahren eine der renommiertesten Stellen am serbischen Nationaltheater in Belgrad antritt, nämlich die Leitung der Sparte Schauspiel. Das Nationaltheater hingegen ist alles andere als jung und das ziemlich konservative kulturelle Aushängeschild eines oft noch ziemlich konservativen Landes. Was als Erfolgsgeschichte für Dina beginnt, wird zur fulminanten Mesalliance. Nationaltheater (Suhrkamp, Ü: Mascha Dabić) verwebt ein Schicksalsjahr in der Biographie einer ambitionierten jungen Frau mit der Geschichte einer Institution. Beide eint die jüngere Vergangenheit, die von historischen Verwerfungen, dem Zerfall Jugoslawiens und Krieg geprägt ist. Im Gespräch mit Marie Rötzer, Dramaturgin und erfolgreiche Leiterin von Festivals und verschiedenen Bühnen, nunmehr Direktorin des Theaters in der Josefstadt, werden Situation und Entwicklung von Schauspielbühnen diskutiert.
In diesem neuen Kurzroman von Suzana Tratnik finden sich intensive Geschichten über Herkunft, Identität, Liebe und Rebellion. Viele junge Frauen in Slowenien hoffen auf den Sprung in die Freiheit, erhoffen Unabhängigkeit. Sie lassen sich auf Abenteuer ein, auch auf raue, sexuelle Beziehungen und komplexe Liebesaffären. Heranwachsende, ihrer lesbischen oder queeren Identität noch nicht bewusst, kämpfen gegen Vorurteile in Dörfern und Kleinstädten oder mit der Sprachlosigkeit und Vereinsamung in Großstädten. Slowenisches Herz (Konkursbuch Verlag, Ü: Zuzana Finger) ist ein neuer rasant erzählter Roman der slowenischen Autorin!
In Kooperation mit SKICA Wien und der slowenischen Buchagentur JAK.
Zwei kroatische Autor:innen, zwei Romane, zwei Blicke auf Geschichte und Verantwortung. Ena Katarina Halers Die Schuldlosen (Folio Verlag, Ü: Klaus Detlef Olof), führt in einen von Nachkrieg, Gewalt und Schweigen geprägten Grenzraum, in dem Kinder die Schuld abwesender Väter tragen und Fragen von Recht und Unrecht existenziell werden.
Marko Gregur fängt mit seinem biografischen Roman Vošicki (Wieser, Ü: Blažena Radas) die Zwischenkriegszeit ein: Er folgt dem Leben des tschechischen Einwanderers Vinko Vošicki, Verleger des großen jugoslawischen und kroatischen Autors Miroslav Krleža, von seiner Ankunft in Kroatien 1909 bis zu seinem Tod 1957 und erzählt von hohen Erwartungen, gebrochenen Versprechen und Opportunismus aber auch von Mut und Zivilcourage.
In Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Literatur und dem Ministerium für Kultur und Medien der Republik Kroatien.
Vergangenheit vergeht nicht – sie schreibt sich fort, in Landschaften, Familien und Körpern. Ena Katarina Halers Die Schuldlosen (Folio Verlag, Ü: Klaus Detlef Olof)
führt in einen von Nachkrieg, Gewalt und Schweigen geprägten Grenzraum, in dem Kinder die Schuld abwesender Väter tragen und Fragen von Recht und Unrecht existenziell werden. Marko Gregur fängt mit seinem biografischen Roman Vošicki (Wieser Verlag, Ü: Blažena Radas) die Zwischenkriegszeit ein: Er folgt dem Leben des tschechischen Einwanderers Vinko Vošicki, Verleger des großen jugoslawischen und kroatischen Autors Miroslav Krleža, von seiner Ankunft in Kroatien 1909 bis zu seinem Tod 1957 und erzählt von hohen Erwartungen, gebrochenen Versprechen, Opportunismus aber auch von Mut und Zivilcourage.
In Kooperation mit dem Ministerium für Kultur und Medien der Republik Kroatien.
Dieser zweite nun auf Deutsch vorliegende Roman der vielfach ausgezeichneten Autorin Tatiana Țîbuleac erzählt von einem Migrantenschicksal, wie sie so häufig sind, aber selten so meisterlich erzählt werden. Mila flieht vor dem postsowjetischen Chaos nach Paris, doch obwohl sie in der Republik Moldau Akademikerin war, ist sie im europäischen Westen höchstens als Reinigungskraft gefragt. Die Flasche wird zu ihrer einzigen Heimat – denn ihre ursprüngliche Heimat gibt es nicht mehr. Doch Mila erinnert sich: An ihre Kindheit und an ihren ehrgeizigen Vater, der sie schon jung mitnimmt in verrauchte Cafés und in Künstlerkreise, dem ein Leben als Intellektueller jedoch verwehrt bleibt; und an ihre wichtigste Beziehung, eine Dreiecksliebesgeschichte, in der Eifersucht, Manipulation und Exzesse immer wieder hochkommen. Schlag zu, sagt das Glück (Aufbau Verlag, Ü: Eva Ruth Wemme) ist ein Roman über weibliche Selbstbehauptung zwischen Ost und West und die harte Realität von Exil und Sehnsucht, dessen lakonisch-poetischer Ton schmerzhafte Wahrheiten einfängt und selbst eine metaphysische Heimat bietet in der Heimatlosigkeit einer Entwurzelung.
Seit dem Ende der kommunistischen Diktatur 1990 flohen Zehntausende Albaner vor Elend und Hoffnungslosigkeit über das Meer in ein neues Leben. Viele Tausende ertranken dabei, blieben für immer vermisst. Die Stumme Karte für die Ertrunkenen (Metropol, Ü: Cord Pagenstecher und Feride Berisha) ist ein großes Klagelied, das den namenlosen Opfern des Meeres Gestalt und Stimme gibt. Der Kapitänssohn, Dichter und Literaturwissenschaftler Arian Leka ist eine der prominentesten Stimmen der albanischen Gegenwartsliteratur. Aus Zeitungsmeldungen, Gedichten, Kindheitserinnerungen und Essays komponiert er ein sorgfältig arrangiertes Mosaik voll berührender Sachlichkeit und erschütternder Lakonik, voll Sprachreichtum und historischer Bezüge.
Tamara Štajner erzählt in ihrem zweiten Roman eine berührende Familiengeschichte und spürt darin den schwierigen Beziehungen zwischen Mutter und Tochter nach. Nach vielen Jahren kommt Iva, die Protagonistin, zurück an den Ort ihrer Kindheit, um ihr geliebtes Kindermädchen zu beerdigen. Im Hotel am Ohridsee, das Ivas Familie gehörte, hat sie wesentlich mehr Zeit mit Marija verbracht als mit ihrer eigenen Mutter. Als Iva auf Marijas Grabstein einen zweiten Namen entdeckt, kommt sie einem Familiengeheimnis auf die Spur…
Die Reise in die Vergangenheit – intensiv, berührend und immer wieder komisch – führt letztlich aber auch in die Zukunft, in der Iva versucht, eine eigene Familie zu gründen. Luft nach unten (Zsolnay) ist ein Roman, der eine Familiengeschichte nachzeichnet, die von sehr unterschiedlichen Frauen geprägt ist.
In Kooperation mit SKICA Wien und der slowenischen Buchagentur JAK.
Literatur lebt von der Sprache – eine Binsenwahrheit. Doch was geschieht, wenn Autor:innen sich nicht nur einer, sondern mehrerer Sprachen oder Sprachvarianten bedienen? Anton Beck schreibt liechtensteinische Mundartpassagen in seine Texte ein, Dialekt, der normalerweise nur gesprochen wird, schwarz auf weiß gedruckt. Katharina J. Ferner schreibt Lyrik in Hochsprache und Dialekt und bringt sie als Performerin auf die Bühne. Thomas Podhostnik, Sohn jugoslawischer Gastarbeiter, stellt die grundlegende Frage: Wem gehört die Sprache, und wem die Erzählungen? Ein Gespräch über Sprache als Identität, Grenze und literarisches Material.
In Kooperation mit der Kulturstiftung Liechtenstein
Seit über zwei Jahrzehnten warten die Staaten des Westbalkans auf den EU-Beitritt, auch die Republik Moldau befindet sich mitten im Verhandlungsprozess. Was hält die Erweiterung auf, und was bedeutet das lange Warten für die Menschen in der Region?
Der Schriftsteller und ehemalige Kulturminister Nordmazedoniens Robert Alagjozovski, die Südosteuropa-Spezialistin und Journalistin Franziska Tschinderle und der albanische Autor Arian Leka diskutieren, moderiert von Vedran Džihić, über Fortschritte, Rückschläge und Perspektiven der EU-Erweiterung am Westbalkan.
In Kooperation mit dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport der Republik Österreich und Creative Europe Desk Austria.

























Informationen und Material zum TRADUKI-Programm auf vergangenen Ausgaben der Buch Wien gibt es hier: