Satz, Land, Fluss

Literarische Strömungen in Südosteuropa

19.-22. März 2026 | Leipziger Buchmesse

#lbm26 #traduki #satzlandfluss

Die Leipziger Buchmesse 2026 findet vom 19. bis 22. März statt.

Dazu wird es von TRADUKI spannende Begegnungen mit Autor:innen und Balkankenner:innen geben: auf der Leipziger Buchmesse und im UT Connewitz. Unverändert findet die schon traditionelle Balkan Film Week in den Wochen vor der Buchmesse statt.

Programm

Donnerstag, 19. März

  • TRADUKI Kafana (Halle 4, D403)

    TRADUKI heißt seine Mitstreiter:innen, Partner:innen, Förderer:innen, Autor:innen, Übersetzer:innen herzlich willkommen!

  • TRADUKI Kafana (Halle 4, D403)
    Mit: &
    Moderation:
    Verdolmetschung:Elvira Veselinović
    Lesung:Ina Gercke

    Der Essay des bosnischen Autors und Literaturkritikers Mirnes Sokolović bezieht sich natürlich auf Adornos berühmtes Dictum: ”Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“. Poesie nach Srebrenica? Wie lässt sich dichten, wenn die Sprache zerrüttet und korrumpiert, das Grauen unaussprechlich ist, Intellektualität die Barbarei nicht nur nicht verhindert, sondern befördert hat? Srebrenica, der Name der Stadt im Osten von Bosnien-Herzegowina, ist untrennbar mit den dort verübten Verbrechen verknüpft. In der Nr. 250 der Zeitschrift „Manuskripte“ kommen literarische und essayistische Stimmen von außen und innen zu Wort. Die Texte wagen den Versuch einer adäquaten Darstellung und Aufarbeitung von Ereignissen, die bis heute vor allem eines hervorrufen: Sprachlosigkeit.

  • TRADUKI Kafana (Halle 4, D403)
    Mit: &
    Moderation:
    Verdolmetschung & Lesung:Timea Tankó & Elvira Bormann

    Der rumänisch-ungarische Autor András Visky hat mit seinem poetisch durchgeformten Roman für grosses Aufsehen gesorgt. Lange ist nicht so eindringlich, hellsichtig, lakonisch, ‘kindlich’ über das Leiden Vertriebener geschrieben worden. Die Literaturkritik fühlte sich an den «Roman eines Schicksallosen» erinnert. Eine Mutter durchleidet mit ihren sieben Kindern jahrelange Zwangsarbeit unter Ceaușescus Regime, nachdem der Vater zu 22 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden ist. Die bulgarische Autorin Justine Toms spannt den Bogen vom Völkermord an den Armeniern, dem das Mädchen Ustine nur knapp entkommt. Ihre Lebens- und Liebensreise führt sie von Paris nach Bulgarien. Doch der zweite Weltkrieg zerstört alle Zukunftspläne und auf sie warten Entbehrungen und sozialistische Arbeitslager. Gemeinsam ist den Romanen, der unerschütterliche Glaube an eine bessere Zukunft und die Kraft der Liebe.

    Mitveranstalter: Ministerium für Kultur Rumänien

  • TRADUKI Kafana (Halle 4, D403)
    Mit: &
    Moderation:

    Wir stellen ein einzigartiges Literaturstipendienprogramm vor, das sich dem Potential des Schwarzmeerraums verschrieben hat. Zwei seiner prominentesten Stipendiaten sind in Leipzig: der rumänische Schriftsteller Dan Coman und der bulgarische Übersetzer Stilyan Deyanov. Sie geben einen Einblick in ihre Arbeit im TANDEM, in die Übersetzung und in den inspirierenden Kontext, den das NEC mit seinen Fellows aus aller Welt bietet.

    Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

    Mitveranstalter: S. Fischer Stiftung

Freitag, 20. März

  • Donaubühne (Halle 4, D300/C301)
    Mit: &
    Moderation:
    Verdolmetschung: Mascha Dabić

    Zwei kroatische Autoren unterschiedlicher Generationen begegnen sich heuer an der Leipziger Buchmesse. Der kroatische Altmeister Slobodan Šnajder stellt sein lang erwartetes Buch «Engel des Verschwindens» vor, in dem ein Zagreber Mietshaus – es hat zwischen 1941 und 1991 so einiges gesehen – zur Erzählfigur wird. Marko Gregur fängt mit seinem biografischen Roman über den tschechischen Verleger – er war der Verleger des großen jugoslawischen und kroatischen Autors Miroslav Krležas – die Zwischenkriegszeit ein, erzählt von (zu) hohen Erwartungen, gebrochenen Versprechen, Opportunismus aber auch von Mut und Zivilcourage.

    Mitveranstalter: Ministerium für Kultur und Medien der Republik Kroatien, Zsolnay Verlag

     

  • TRADUKI Kafana (Halle 4, D403)
    Mit: &
    Moderation:
    Verdolmetschung & Lesung: Eva Ruth Wemme, Mascha Dabić

    Vielleicht ist Iulian Ciocan ein begnadeter Hellseher – ein großer Satiriker ist er auf jeden Fall! Als Putin 2014 die Krim besetzte, schrieb der moldawische Autor gerade an seinem Roman »Am Morgen kommen die Russen«. Hier versucht ein junger Moldawier seinen dystopischen Roman über eine russische Invasion zu veröffentlichen. Dystopie? Bissig und in absurden Wendungen entlarvt Ciocan die postsowjetische moldawische Gesellschaft. Auch der serbische Autor, Kolumnist und Aktivist Marko Vidojković kämpft mit bitterbösem Humor gegen ein Regime, das die Zerreißprobe mit der eigenen Bevölkerung sucht. Helfen angesichts der Tatsache, dass die Fiktion von der Realität überholt wird, nur noch Humor und Satire?

    Mitveranstalter: Ministerium für Kultur Rumänien, Bundeszentrale für politische Bildung

  • TRADUKI Kafana (Halle 4, D403)
    Mit:
    Moderation & Lesung:
    Verdolmetschung: Elvira Veselinović

    Dieses Roadmovie führt durch Nachkriegsbosnien. Man trifft dabei auf Menschen, die – oft arbeitslos und ohne Perspektiven – versuchen, ihren Alltag zu meistern. Eine Beerdigung auf dem Land gerät zum Fiasko; eine heillos zerrüttete Großfamilie versucht, Traditionen und vor der Dorfgemeinschaft den Schein zu wahren. Mit dieser rasant erzählten Geschichte gelingt Slađana Nina Perković, ein großartiges Romandebüt, abgründig, komisch und mit viel schwarzem Humor.

     

  • TRADUKI Kafana (Halle 4, D403)
    Mit:, &
    Moderation:
    Verdolmetschung:Elvira Veselinović, Zuzana Finger

    Nationalbibliotheken sind, das steckt auch in der Bezeichnung, irgendwie immer auch politisch. Besonders deutlich wird dies in den südosteuropäischen Ländern, in denen nationale Fragen umkämpft waren und sind. Die Diskussion nimmt die National- und Universitätsbibliothek von Bosnien und Herzegowina sowie die Nationalbibliothek des Kosovo „Pjetër Bogdani“ in den Blick. Beide wurden Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet und in den Jugoslawienkriegen der 1990er Jahre stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Nachkriegszeit brachte zahlreiche neue Herausforderungen. Welche Funktion erfüllen die Bibliotheken heute und welche Zukunftsperspektiven haben sie? Was steht auf dem Spiel, wenn eine Nationalbibliothek – wie die bosnische in den letzten Jahren mehrmals – schließen muss? Wie können die Bibliotheken in diesen von Konflikten geprägten Staaten zu Versöhnung und einer Stärkung der Zivilgesellschaft beitragen?

    Mitveranstalter: ABDOS, Nationalbibliothek Kosovo

  • Donaubühne (Halle 4, D300/C301)
    Mit: , &
    Moderation:
    Verdolmetschung: Mascha Dabić

    Michael Martens, Dejan Atanacković, Anastazija Govedarica Antanasijević

    Es sind die größten Studentenproteste in der jüngeren serbischen Geschichte. Deren Ausgang ist noch ungewiss: Zu sehr überschlagen sich die Ereignisse, zu unübersichtlich sind die Machtverhältnisse und Einflusssphären, zu fragil die Sicherheitslage. Im Gespräch mit Beteiligten und Beobachtern sortieren wir die aktuelle Lage und die Perspektiven in diesem Land, wo das Regime die Zerreißprobe mit der Bevölkerung sucht.

    Mitveranstalter: Bundeszentrale für politische Bildung

  • TRADUKI Kafana (Halle 4, D403)
    Mit: &
    Moderation:

    Von Rumänien nach Deutschland, vom sozialistischen Regime in die bundesrepublikanische Gegenwart, von der familiären Erinnerung zur sprachlichen Selbstvergewisserung: Betty Boras’ Das schönste aller Leben und Jehona Kicajs ë erzählen von einer Gegenwart, die untrennbar mit den Bruchlinien der Vergangenheit verwoben ist. Wir begegnen zwei unterschiedlichen literarischen Strategien, um Migrationserfahrung in Gegenwartsliteratur zu fassen: als epische Familiengeschichte einerseits, als sprachlich verdichtete Erinnerungspoetik andererseits. Gemeinsam ist ihnen die Überzeugung, dass Identität nicht statisch ist, sondern im Spannungsfeld von Geschichte, Sprache und persönlicher Erfahrung immer wieder neu ausgehandelt wird.

    Mitveranstalter: hanserblau

  • TRADUKI Kafana (Halle 4, D403)
    Mit: &
    Moderation:
    Verdolmetschung: Eva-Ruth Wemme, Amalija Maček
    Lesung: Ina Gercke

    Die kleinen Dinge des Alltags, die das Leben prägen und erträglich machen, stehen im Mittelpunkt der Gedichte von Robert Șerban und Ana Svetel. Aber der Rumäne Robert Șerban kratzt an der Oberfläche der Dinge, die sich oft als mehrdeutig herausstellen, entlarvt das beschauliche Trugbild und eröffnet in seinem zweisprachigen Band Techniken der Tarnung/Tehnici de camuflaj (Ü: Edith Konradt, Pop Verlag 2025) den Lesenden ein melancholisches Weltbild. Ihm gleich tut es die Slowenin Ana Svetel, die mit ihren Gedichten wie aus Marmor gemeißelte Momentaufnahmen formt, um so die Widersprüche der Welt festzuhalten – aber die Oberfläche des Gesteins reflektiert dennoch auch Licht.

    Mitveranstalter: Slowenische Buchagentur, Ministerium für Kultur Rumänien

Samstag, 21. März

  • Donaubühne (Halle 4, D300/C301)
    Mit:, &
    Moderation:
    Verdolmetschung: Mascha Dabić, Zuzana Finger

    Wie weiterleben nach einer Kriegs-Katastrophe? Gibt es eine (oder mehrere?) Kultur(en) des Gedenkens? Was, wenn individuelles und kollektives Erinnern politisch vereinnahmt werden oder Erinnern zum Akt des Widerstands selbst wird? Welche (Aus)-Wege kann die Literatur bieten, wenn die Zeitzeugen weniger werden, wenn die sozialen Medien geflutet werden von KI-generierten Holocaust-Bildern oder revisionistische Narrative eine nie dagewesene Vergangenheit erschaffen?

    Mitveranstalter: Zsolnay Verlag

  • TRADUKI Kafana (Halle 4, D403)
    Mit: &
    Moderation & Lesung:
    Verdolmetschung: Mascha Dabić

    Die kroatische Autorin Ena Katarina Haler und die in Wien lebende serbische Autorin Maja Iskra zeichnen starke Frauengeschichten über mutige Mädchen, Provokateurinnen und junge Frauen, die sich gegen Pauschalisierungen und Klischees behaupten. In unterschiedlichen Milieus verhandeln sie Class Issues, Ungerechtigkeit und Solidarität – mit großer Erzählkunst, sprachlicher Präzision. Halers Roman führt in einen von Nachkrieg, Gewalt und Schweigen geprägten Grenzraum, in dem Kinder die Schuld abwesender Väter tragen und Fragen von Recht und Unrecht existenziell werden. Iskra hingegen erzählt von Selbstermächtigung, körperlicher wie sozialer Grenzerfahrung und dem Kampf um Würde. So entstehen zwei literarisch hochkompetente, vielschichtige Werke über Herkunft, Verantwortung und die Kraft, sich der eigenen Geschichte entgegenzustellen.

    Mitveranstalter: Folio Verlag, Ministerium für Kultur und Medien der Republik Kroatien

  • TRADUKI Kafana (Halle 4, D403)
    Mit:, &
    Moderation:

    Literatur lebt von der Sprache – eine Binsenwahrheit. Doch was geschieht, wenn Autor*innen sich in ihren Texten nicht nur einer, sondern mehrerer Sprachen oder Sprachvarietäten bedienen? Wenn Dialekt – normalerweise wird er in der Schweiz und in Liechtenstein nur gesprochen – schwarz auf weiß gedruckt wird, nur um dann wieder als spoken Word-Literatur auf die Bühne zu finden? Sprache ist politisch – eine andere Binsenwahrheit. Jüngstes Beispiel: das bildungspolitisch hochumstrittene Frühfranzösisch in der Schweiz. Doch niemand weiß mehr von der identitätsstiftenden aber auch der trennenden Kraft der Sprache zu erzählen als die Menschen des früheren Jugoslawiens, wo einst das Serbokroatische erfunden wurde. Wie im Leben so in der Literatur?

    Mitveranstalter: Kulturstiftung Liechtenstein, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Ministerium für Kultur und Medien der Republik Kroatien

  • Donaubühne (Halle 4, D300/C301)
    Mit:, &
    Moderation:
    Verdolmetschung: Georg Aescht

    Drei großartige Autorinnen aus Rumänien, Moldawien und dem früheren Jugoslawien präsentieren ihre neuen Bücher. Darunter das Romandebüt einer Theaterfrau, dasjenige einer Lyrikerin und Schmuckdesignerin: Es ist an Frankreichs Schulen offiziell zur Lektüre empfohlen, und der lang erwartete neue Roman «Stimmen auf Abstand» der Grande Dame der rumänischen Literatur Gabriela Adameșteanu.

    Mitveranstalter: Ministerium für Kultur Rumäniens

     

  • TRADUKI Kafana (Halle 4, D403)
    Mit: &
    Verdolmetschung: Sanin Hasibović

    Der renommierte serbische Comiczeichner Aleksandar Zograf nimmt uns mit in die düsteren 90er Jahre Belgrads, wo der Alltag oft ins Absurde abdriftet. Gemeinsam mit dem in Belgrad geborenen und in Wien lebenden Autor Marko Dinić untersucht er die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen jener Zeit und der heutigen Situation, die bei aller Tragik einer gewissen Absurdität auch nicht entbehrt.

  • TRADUKI Kafana (Halle 4, D403)
    Mit:
    Moderation:

    Sampas ist ein Road-Poem. Sampas ist ein Roman. Sampas ist Musik. Von der ersten bis zur letzten Seite dieses Buches, von der Insel Ada Bojana über die Bucht von Boka Kotorska bis in die Hauptstadt Podgorica, lässt Ilija Ðurović Bilder eines ganzen Lebens vor uns entstehen. Der Kontext des heutigen Montenegro, des zerstückelten Jugoslawiens, ja des Balkans insgesamt, liefert das Setting. Und nicht zuletzt ist Sampas ein Buch über die Liebe zum Leben, trotz allem.

  • TRADUKI Kafana (Halle 4, D403)
    Mit: &
    Moderation:
    Verdolmetschung: Benjamin Langer, Sanin Hasibović
    Lesung:Ina Gercke

    Was bleibt am Ende vom Anfang einer Liebe? Einer Ehe? Die eine, Lada Lončar, bestreitet es gar nicht erst: «Du hast deinen Ehemann getötet!» und sitzt dafür im Gefängnis. Opfer und Täterin zugleich findet sie das „sichere Haus“ erst hier, unter Verbrecherinnen und Mörderinnen, und nicht in der bürgerlichen Ehe, die sich als Horrorkabinett entpuppt hatte: Die kroatische Autorin Marina Vujčić hält schonungslos drauf. Auch die nordmazedonische Autorin Frosina Parmakovska entlarvt das häusliche Idyll als geprägt von patriarchalen Strukturen, (Selbst)-Zerstörung und Schweigen. Parmakovska setzt der Logik der Vernichtung die weibliche Kraft des Anfangs entgegen.

    Mitveranstalter: Ministerium für Kultur und Medien der Republik Kroatien

  • UT Connewitz
    Mit:, , , &
    Moderation: &
    Musik
    Verdolmetschung: Timea Tankó, Eva Ruth Wemme
    Lesung: Ina Gercke

    Schon traditionell nimmt das Netzwerk TRADUKI die Gäste im UT Connewitz mit auf eine ganz besondere nächtliche Reise – kreuz und quer durch den Balkan. Präsentiert und gefeiert wird die vielstimmige Literatur Südosteuropas. Für die Party danach sorgt heuer die slowenische Rapperin Masayah, bekannt für ihre energiegeladene Bühnenpräsenz.

    Das Konzert findet mit Unterstützung von SKICA Berlin statt.

    Mitveranstalter: Slowenisches Kulturzentrum Berlin / SKICA Berlin, Ministerium für Kultur und Medien der Republik Kroatien, Ministerium für Kultur Rumäniens

Sonntag, 22. März

  • TRADUKI Kafana (Halle 4, D403)

    Auch am Sonntag, wo es keine Veranstaltungen auf unserer Bühne geben wird, laden wir das Leipziger Publikum herzlich dazu ein, an unserem Stand vorbeizuschauen. Es gibt immer etwas zu entdecken!

Satz, Land, Fluss

Für den Titel des TRADUKI-Programms auf der Leipziger Buchmesse 2026 haben wir uns vom diesjährigen Fokusthema „Donau – Unter Strom und zwischen Welten“ inspirieren lassen, denn TRADUKI organisiert vier Veranstaltungen im Rahmen dieses Projektes. Aber auch bei den anderen TRADUKI-Veranstaltungen stellen wir aktuelle literarische Strömungen in Südosteurop…

Mitwirkende

Gabriela Adameșteanu

Cătălina Flămânzeanu

Gabriela Adameșteanu, geboren 1942, ist als Schriftstellerin eine der wichtigsten Stimmen der rumänischen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Autorin wurde vielfach preisgekrönt, ihre Bücher in rund 20 Sprachen übersetzt. Der Roman Dimineata pierduta (Der verlorene Morgen, 2018) von 1984 wird zu den Klassikern der zeitgenössischen rumänischen Literatur gezählt. Dieser Roman erhielt 2019 den Leipziger Buchpreis in der Kategorie Übersetzung (Übersetzerin Eva Ruth Wemme). Stimmen auf Abstand (Ü: Jan Koneffke, Wallstein Verlag) ist der fünfte Roman Adamesteanus, der in deutscher Übersetzung erscheint.

Barbara K. Anderlič

privat

Barbara K. Anderlič, geboren 1984 in Ljubljana, studierte Translationswissenschaft. Zu ihren Übersetzungen zählen Samira Kentrićs Balkanalien: Erwachsenwerden in Zeiten des Umbruchs (Jacoby & Stuart, 2021) und Jurij Devetaks Nekropolis (Schaltzeit Verlag, 2023). 2012 war sie Mitglied der Standard-Publikumsjury bei der Viennale in Österreich. Sie organisiert TRADUKIs Balkan Film Week in Leipzig.

Dejan Atanacković

Nemanja Babić

Dejan Atanacković, geboren 1969 in Belgrad, veranstaltet und kuratiert seit den 1990er Jahren Kunstausstellungen. Seit über zwanzig Jahren unterrichtet er Kurse zu Kunst, visueller Kultur und Schreiben an verschiedenen Universitäten in Florenz und Siena. Er erhielt den NIN-Preis 2018 für seinen Debütroman Lusitania (übersetzt und veröffentlicht in Italien, Albanien, Litauen und Nordmazedonien). Sein jüngster Roman ist Tajni roman Gorana Grolovića (Der geheime Roman von Goran Grolović), veröffentlicht 2025. Seit Januar 2024 ist er regelmäßiger Kolumnist für die Belgrader Wochenzeitung Novi Magazin; derzeit schreibt er auch für Peščanik. Er lebt zwischen Belgrad und Florenz.

Flurina Badel

Flurina Badel, 1983 in Lavin geboren, ist polyglotte Schriftstellerin und Künstlerin. Nach einer Ausbildung zur Journalistin absolvierte sie den Master of Fine Arts in Basel und studierte am Institut für Sprachkunst der Universität für angewandte Kunst Wien. Ihr erster Lyrikband tinnitus tropic wurde mit einem Schweizer Literaturpreis 2020 und ihr erster Roman Tschiera mit dem Bündner Literaturpreis 2025 ausgezeichnet. Sie lebt in Ftan.

Selma Bajraktarević

privat

Selma Bajraktarević hat in Sarajevo vergleichende Literaturwissenschaft und Bibliothekswesen studiert. Seit mehreren Jahren arbeitet sie in der National- und Universitätsbibliothek Bosnien-Herzegowinas und in der Österreich-Bibliothek Sarajewo, die sich in den Räumen der Nationalbibliothek befindet. Als Mitglied des Mitarbeiter:innenrates der bosnischen Nationalbibliothek war sie in den letzten Jahren stark in der Öffentlichkeitsarbeit und bei politischen Verhandlungen engagiert, um die Bibliothek aus ihrer langwährenden Krise zu führen.

Lorina Bălteanu

Lorina Bălteanu, geboren 1960 in der Moldau, ist Dichterin und Autorin. Sie studierte am Moskauer Literaturinstitut und an der Universität Dijon. Sie arbeitete im Schriftstellerverband und war Redakteurin der Zeitschriften Orizontul und Sud-Est cultural. Von 1992 bis 1998 war sie Direktorin der Soros Foundation Moldova und seit 1998 Direktorin des Medialog Press Trust. Im Jahr 2000 ließ sie sich in Paris nieder, wo sie ihre eigene Schmuckmarke gründete. Zu ihren Veröffentlichungen zählen mehrere Gedichtbände. Dieses Seil, das mich an die Erde bindet (Ü: Gundel Große, Klak Verlag) ist ihr erster Roman. Er wurde in Rumänien mit dem Constantin-Stere-Preis (2023) ausgezeichnet.

Anton Beck

Karin Hofer

Anton Beck wurde 1996 in Liechtenstein geboren und lebt heute zwischen Liechtenstein und Zürich. Er studierte Germanistik sowie Skandinavistik und arbeitet als Journalist. Sein Debütroman #Jugend erschien 2016 im Van Eck-Verlag und wurde 2017 ins Kroatische übersetzt. Im Frühjahr 2025 erschien von Anton Beck der Gesprächsband Adolf Muschg – Erste Begegnungen im Kampa-Verlag.

Vernesa Berbo

Kimi Palme
Vernesa Berbo wurde in Priboj, Jugoslawien, geboren. Sie studierte Schauspiel an der Staatlichen Akademie für Schauspielkünste in Sarajevo. Sie kam 1993 als Kriegsflüchtling nach Berlin. Seit 1994 arbeitet sie als Schauspielerin, Musikerin und Autorin an den diversen Theatern in Berlin, unter anderem am Maxim-Gorki-Theater, Berliner Ensemble und Deutsches Theater. Der Sohn und das Schneeflöckchen ist ihr erster Roman. Vernesa Berbo lebt in Berlin.

Betty Boras

Gordon Koelmel

Betty Boras, geboren 1984 in Arad/Rumänien, kam als Kind nach Deutschland. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Spanisch in Tübingen, arbeitet als Gymnasiallehrerin und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in der Nähe von Stuttgart. Das schönste aller Leben ist ihr Debüt.

Silvana Cimenti

privat

Silvana Cimenti, geboren 1981, studierte Deutsche Philologie, Italienisch und Betriebswirtschaft und arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung und im Literaturhaus Graz. Seit 2020 ist sie in der Redaktion der manuskripteZeitschrift für Literatur. Sie lebt in Graz.

Iulian Ciocan

privat

Iulian Ciocan, 1968 in Chișinău geboren. Er ist Autor, Publizist und Literaturkritiker. Seine fünf Romane wurden bereits in zehn Sprachen übersetzt und in zahlreichen Ländern publiziert. Er hat mehrere Literaturpreise erhalten, im April 2024 hat der französisch-deutsche Kultursender Arte eine Dokumentation über seine in Frankreich veröffentlichten Romane ausgestrahlt.

Dan Coman

Dan Coman, geboren 1975 in Gersa, ist ein rumänischer Autor und Lyriker. Er hat bisher vier Gedichtbände, vier Romane und eine Kurzgeschichtensammlung veröffentlicht.

Mihaela Danga

New Europe College

Mihaela Danga koordiniert seit drei Jahren das Projekt TANDEM – Autor mit Übersetzer, Übersetzer mit Autor. Das Programm wird vom New Europe College (NEC) Institute for Advanced Study in Bukarest, Rumänien, durchgeführt und von der S. Fischer Stiftung in Berlin sowie dem Rotary Club Frankfurt am Main-Städel unterstützt. In ihrer Funktion als Koordinatorin hat sie zusammen mit verschiedenen Tandem Fellows an literarischen Veranstaltungen wie dem FILIT-Literaturfestival in Iași und der Gaudeamus-Buchmesse in Bukarest teilgenommen. Danga ist außerdem Bibliothekarin am NEC und freiberufliche Übersetzerin mit umfangreicher internationaler Erfahrung. Seit zehn Jahren ist sie außerdem Teil eines Teams, das ein Bildungsprogramm des Europäischen Parlaments für Gymnasiast:innen in Rumänien und der EU koordiniert.

Stilyan Deyanov

privat

Stilyan Deyanov ist ein bulgarischer Journalist und Übersetzer. Er studierte an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris und an der Philosophischen Fakultät der Universität Sofia. Zwischen 2015 und 2019 lehrte er an der Fakultät für Geschichte der Universität Wien. Er übersetzt aus dem Rumänischen ins Bulgarische und hat außerdem zahlreiche Übersetzungen aus dem Französischen ins Bulgarische angefertigt, u.a. von Nadège Ragarus Les temps feuilletés des changements. Derzeit arbeitet er an zwei Übersetzungen: Ce preferi? von Dan Coman (aus dem Rumänischen ins Bulgarische) und La Société du spectacle von Guy Debord (aus dem Französischen ins Bulgarische).

 

Marko Dinić

Apollonia Theresa Bitzan

Marko Dinić, geboren 1988 in Wien, lebt als Autor in Österreich und publiziert in deutscher Sprache. Dinić wuchs in Belgrad auf, zog 2008 nach Österreich und studierte in Salzburg Germanistik und Jüdische Kulturgeschichte. 2012 veröffentlichte er Lyrik und Prosa erstmals in Anthologien und Zeitschriften. 2019 erschien sein Debütroman Die guten Tage (Zsolnay), 2025 folgte Buch der Gesichter, der für den Deutschen Buchpreis nominiert war.

Ilija Đurović

Dirk Skiba

Ilija Đurović, geboren 1990 in Podgorica, schreibt Gedichte, Prosa und Drehbücher. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter der preisgekrönten Gedichtsammlung Brid und des Romans Sampas, der für mehrere Auszeichnungen nominiert wurde, u.a. den Literaturpreis der Europäischen Union. Die Gedichtsammlung Rand (Ü: Jelena Dabić) und der Roman Sampas (Ü: Elvira Veselinović) wurden vom österreichischen Drava/Wieser Verlag in deutscher Übersetzung veröffentlicht.

Vedran Džihić

privat

Vedran Džihić ist Senior Researcher am Österreichischen Institut für Internationale Politik (oiip), unterrichtet an der Universität Wien und an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Er leitet das Center of Advanced Studies Southeastern Europe an der Universität Rijeka und ist Mitglied von „Balkans in Europe Policy Advisory Group“. Džihić ist Autor zahlreicher Bücher und Publikationen, ist aktiv in der Politikberatung und in öffentlichen Debatten. Er forscht zu Demokratieentwicklung, Nationalismus, Autoritarismus, Erweiterungs- und Außenpolitik der EU, Entwicklungen am Balkan und in Osteuropa, Protestbewegungen, Migration und Demokratie.

Maja Gebhardt

Maja Gebhardt wurde 1981 in Sarajevo geboren und kam wegen des Krieges in ihrem Heimatland 1992 als Geflüchtete nach Deutschland. 2005 schloss sie ihr Germanistik- und Anglistikstudium an der LMU München mit einem Magister Artium ab. Danach unterrichtete sie Deutsch als Fremdsprache in Integrationskursen und arbeitete als Prüferin im Sprachzentrum des Vereins „Hilfe von Mensch zu Mensch“, aber auch im Team der Balkantage, das sie bis heute durch Moderation des Folkloreprogramms und Organisation des Literaturtags unterstützt. Seit 2018 lebt sie in Berlin, wo sie inzwischen Buchpräsentationen für den eta-Verlag und Autor*innengespräche für den Buchclub BKS durchführt, wobei sie auch gerne aus den BKMS-Sprachen ins Deutsche dolmetscht und übersetzt.

Anastazija Govedarica Antanasijević

privat

Anastazija Govedarica Antanasijević ist eine 22-jährige Studentin der Soziologie an der Philosophischen Fakultät in Belgrad, Journalistin bei Mašina.rs und Assistenzdirigentin des ersten Kinder-Rockchors in Serbien, RocHoir Kids. Außerdem ist sie Aktivistin bei der „Solidarna kuhinja“ (Solidaritätsküche) in Belgrad. In ihrem Studium, ihrer journalistischen Arbeit und ihrem Engagement setzt sie sich schwerpunktmäßig mit Arbeitsrechten, Jugendthemen, Inklusion und sozialer Gerechtigkeit auseinander.

Marko Gregur

Tone Stojko & Sa(n)jam knjige u Istri

Marko Gregur, geboren 1982 in Koprivnica, Kroatien, schreibt Poesie und Prosa. Zu seinen Veröffentlichungen gehören u.a. mehrere Romane; einige davon wurden ins Slowenische und Deutsche übersetzt. Für sein Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet. 2023 gründete er den Verlag Neolit. Sein Roman Vošicki erschien 2025 in deutscher Übersetzung (Ü: Blažena Radas, Wieser Verlag).

Ena Katarina Haler

Barbara Tolić Aušić

Ena Katarina Haler wurde 1996 in Osijek, Kroatien, geboren und lebt in Zagreb. Sie studierte Architektur und Stadtplanung in Zagreb. Ihr erster Roman Nadohvat (2019) wurde mit dem Ksaver-Šandor-Gjalski-Preis für die beste Prosa und dem Ivan-und-Josip-Kozarac-Preis für das Buch des Jahres ausgezeichnet. Sie arbeitet am Institut für Kunstgeschichte und schreibt regelmäßig für die Wochenzeitung Express über Architektur, Stadterbe, Literatur und Film. In deutscher Übersetzung erscheint im Februar 2026 ihr Roman Die Schuldlosen (Ü: Klaus Detlef Olof, Folio Verlag).

Maja Iskra

Ivo Kosanović

Maja Iskra wuchs in Belgrad auf, studierte in Wien und Valencia und lebt seit über zwanzig Jahren in Wien. Sie ist Landschaftsarchitektin und Medienkünstlerin und arbeitet an der Schnittstelle von Stadtentwicklung und visueller Kommunikation. Ihr Debütroman Uppercut war Finalist für den serbischen Beogradski-Pobednik-Preis und den Zlatni-Suncokret-Preis 2023 und stand auf der Longlist des NIN-Preises, des Laza Kostić Preises sowie des regionalen Meša-Selimović-Preises. Ihre Erzählung Hiraeth gewann 2018 den zweiten Platz beim European Short Story Festival.

Thede Kahl

Thede Kahl ist Professor für südslawische und südosteuropäische Studien an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenchaften und der Academia Europaea. Er leitet und koordinierte zahlreiche internationale Forschungsprojekte zu gefährdeten Sprachen, Minderheiten und dem Kulturerbe des Balkans. Er ist Vorsitzender der Kommission Vanishing Languages and Cutural Heritage. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen balkanische Linguistik, kulturelle Identität und interethnische Beziehungen. Doktor honoris causa der Universitäten Bukarest und Arad.

Amir Kamber

Amir Kamber, geboren 1977 in Sanski Most, ist in Prijedor aufgewachsen, von wo er 1992 vertrieben wurde. Er lebt in Sarajevo und Deutschland, arbeitet für den Westdeutschenrundfunk und schreibt auf Bosnisch und Deutsch.

Jehona Kicaj

© Carl Philipp Roth

Jehona Kicaj, geboren 1991 im Kosovo und aufgewachsen in Göttingen, studierte Philosophie, Germanistik und Neuere deutsche Literaturwissenschaft in Hannover. Nach wissenschaftlichen Publikationen erscheinen von ihr seit 2020 auch literarische Texte. Sie ist Mitherausgeberin der Anthologie Und so blieb man eben für immer. Gastarbeiter:innen und ihre Kinder (2023). Mit ihrem mehrfach ausgezeichnetem Debütroman ë stand sie auf der Shortlist des deutschen Buchpreises 2025.

 

 

Krsto Lazarević

Krsto Lazarević, geboren 1989 in Tuzla, Bosnien-Herzegowina, lebt in Berlin und arbeitete im Europäischen Parlament zu Flucht, Migration und europäischer Entwicklungszusammenarbeit. Als Journalist war er in Berlin, Wien, Belgrad und Sarajevo tätig. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war die Lage von Geflüchteten auf der Balkanroute. Er betreibt gemeinsam mit Danijel Majić den Podcast Neues vom Ballaballa-Balkan. Zuvor arbeitete er in der Redaktion der europäischen Presseschau Eurotopics – einem Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung, das vom Journalistennetzwerk N-ost produziert wird.

Eric Marr

privat

Eric Marr ist freier Moderator und Journalist. Der gebürtige Leipziger und studierte Jurist hat mehr als 20 Jahre beim ZDF gearbeitet, unter anderem als Moderator und Reporter. Mehr Informationen finden Sie unter: www.ericmarr.net

Michael Martens

Frank Röth

Michael Martens kam 2000 zur „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, seit 2002 ist er ihr Korrespondent für Südosteuropa. Er hatte seine Standorte in Belgrad (2002–2009), Istanbul (2009–2015), Athen (2015–2019). Seit 2019 lebt und arbeitet er in Wien und ist weiterhin für dieselbe Region zuständig. Von 1995 bis 2000 hat Martens als Freiberufler in (chronologisch) Kirgistan (Bischkek), Kasachstan (Almaty), der Ukraine (Kiew) und Russland (St. Petersburg) gelebt und gearbeitet. Für seine Berichte aus Osteuropa wurde er über die Jahrzehnte mit etlichen Preisen und Nominierungen ausgezeichnet. Buchveröffentlichungen: Ich werde die Wunden offen halten. Ein Gespräch mit Günter Grass (1999); Irrfahrten. Ein ostjüdisches Leben. (O2000); Heldensuche (2011); Im Brand der Welten. Ivo Andrić. Ein europäisches Leben (2019).

Masayah

Mark Pirc

Masayah (Mia Puhar Rodin) ist eine der eindrucksvollsten neuen Stimmen in der urbanen Musiklandschaft Sloweniens. Sie vereint Rap und R&B mit ihrer eigenen zeitgenössischen Ästhetik, furchtlos und kompromisslos. Für ihr Debütalbum Zavedno (2023) erhielt Masayah große Anerkennung in der slowenischen Musikszene und die höchsten Auszeichnungen: Album des Jahres und Song des Jahres. Obwohl sie hauptsächlich auf Slowenisch rappt und schreibt, sprengt Masayahs Musik die Grenzen ihrer Sprache – die emotionale Kraft ihrer Darbietung trifft den Punkt und erreicht das Publikum ohne dass Worte übersetzt werden müssen. Ihr zweites Album erscheint im Frühjahr 2026.

Kristian Novak

Iva Perković

Kristian Novak, geboren 1979, ist ein kroatischer Schriftsteller, Linguist und Universitätsprofessor. Die Romane Črna mati zemla (Schwarze Mutter Erde, 2013), Ciganin, ali najljepši (Zigeuner, aber der schönste von allen, 2016; das Buch gehört zum kroatischen Lehrplan des Gymnasiums) und Slučaj vlastite pogibelji (Im Falle der eigenen Lebensgefahr, 2023) erfuhren eine Reihe in- und ausländischer Ausgaben sowie preisgekrönter Theateradaptionen. Er ist Träger mehrerer Literaturpreise. Verfilmungen seiner Romane sind in Arbeit. Er lebt und arbeitet in Zagreb.

Frosina Parmakovska

Zlatko Parmakovski

Frosina Parmakovska, geboren 1985 in Skopje, Nordmazedonien, studierte Allgemeine und komparative Literatur sowie Kulturologie. Sie schreibt Romane und wurde 2017 für ihren dritten, Countdown, mit dem Preis für den Roman des Jahres der mazedonischen Slavko-Janevski-Stiftung ausgezeichnet. Der Roman erscheint im Frühjahr 2026 in der deutschen Übersetzung von Benjamin Langer unter dem Titel Runterzählen (eta Verlag). 2020 erschien ihr vierter Roman, On the Way Back. Parmakovska lebt und arbeitet in Skopje.

Vivian Perkovic

Markus Konvalin

Vivian Perkovic, geboren 1978 in Winterberg, ist eine deutsche Journalistin und Fernsehmoderatorin. Sie studierte Germanistik mit Schwerpunkt auf Medien und Theater und Südslawistik an der Universität Hamburg. Sie arbeitet derzeit für 3sat Kulturzeit.

Slađana Nina Perković

Dalibor Samac

Slađana Nina Perković, geboren 1981, ist eine französisch-bosnische Journalistinund Autorin. 2018 veröffentlichte sie die Kurzgeschichtensammlung Kuhanje. Tante Stanas Beerdigung ist ihr Debütroman, mit dem sie 2021 für den prestigeträchtigen NIN-Preis und den Meša-Selimović-Preis nominiert war. 2022 wurde sie dafür mit einer „Special Mention“ der Jury beim Literaturpreis der Europäischen Union (EUPL) ausgezeichnet. 2025 ist ihr zweiter Roman Lijek protiv melanholije erschienen. Perković lebt heute zwischen Paris und Belgrad.

Jörg Plath

Gezett

Jörg Plath, geboren 1960, ist Literaturredakteur von „Deutschlandfunk Kultur“ und schreibt für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ sowie die „Neue Zürcher Zeitung“. Er war Lektor, Ghostwriter, Redakteur und Juror (Deutscher Buchpreis, Internationaler Literaturpreises). Gegenwärtig gehört er der Jury des Weltempfängers an.

Marina Porobić

Marina Porobić, geboren 1978 in Zagreb, ist Kuratorin und Geschäftsführerin des BONE Performance Festivals, arbeitet aktuell beim Bundesamt für Kultur. Sie hat eine langjährige Erfahrung in der Schweizer Kulturszene. Sie studierte Kunstgeschichte, Anglistik und Politologie in Lausanne und lebt seit 1992 in Bern.

Vahidin Preljević

Irma Duraković

Vahidin Preljević ist Germanist, Literaturübersetzer (Werke von Christa Wolf, Novalis, Büchner, Wedekind, Eduard von Keyserling, Hofmannsthal u.a.), Kulturtheoretiker und Essayist. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für deutschsprachige Literatur und Kulturwissenschaft an der Universität Sarajevo. Seit 2013 ist er wissenschaftlicher Betreuer der Österreich-Bibliothek in Sarajevo und seit 2017 Träger des Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich.

Blerina Rogova Gaxha

© Ridvan Slivova

Blerina Rogova Gaxha, geboren 1982 in Gjakova, Kosovo, ist Dichterin, Essayistin und Journalistin. Sie ist seit 2024 die neue Leiterin der Nationalbibliothek des Kosovo „Pjetër Bogdani. Zu ihren Auszeichnungen zählen der internationale Vilenica-Literaturpreis und der kosovarische Nationalpreis für den besten Gedichtband des Jahres 2010 & 2020. Ihre Gedichte und Essays erscheinen in renommierten internationalen Anthologien und Zeitschriften und sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. In deutscher Übersetzung liegen ihre Texte u.a. in den Zeitschriften Wespennest, Lichtungen und Beton sowie in der vielbeachteten Anthologie Grand Tour (Hanser 2019) vor.

Robert Șerban

Ariana Șerban

Robert Șerban, geboren 1970 in Turnu Severin, Rumänien, ist Schriftsteller und Journalist. Er ist Präsident des Internationalen Literaturfestivals Timișoara, Redaktionsmitglied der Zeitschrift Orizont und Produzent der Fernsehsendung Piper pe limbă (Pfeffer auf der Zunge, TVR Timișoara und TVR 3). In deutscher Übersetzung sind im Pop Verlag u.a. folgende Titel von Robert Șerban erschienen: Nah an der Gürtellinie (2018), Ein plötzlich erlöster Glücksritter (2018) und Techniken der Tarnung (2025). 2004 ehrte ihn das rumänische Präsidialamt mit dem Ritterorden für kulturelle Verdienste. Er lebt in Timișoara/Temeswar.

Slobodan Šnajder

Dirk Skiba

Slobodan Šnajder wurde 1948 in Zagreb geboren. Šnajder war langjähriger Chefredakteur der jugoslawischen Theater-Zeitschrift Prolog. Von 2001 bis 2004 war er Intendant des renommierten Zagreber Theaters „Zagrebačko kazalište mladih“. Als Schriftsteller ist er seit 1966 tätig. 1982 wurde sein international bekanntes Stück Hrvatski Faust (deutsche Übersetzung: Der kroatische Faust) im Theater an der Ruhr in Mülheim inszeniert, 1993 im Burgtheater Wien. Sein Roman Doba mjedi wurde 2015 mit dem Meša-Selimović-Preis für den besten Roman des Jahres ausgezeichnet. 2019 erschien der Roman unter dem Titel Die Reparatur der Welt bei Zsolnay. Zur Leipziger Buchmesse 2026 erscheint der aktuelle Roman Engel des Verschwindens.

Mirnes Sokolović

Mirnes Sokolović, geboren 1986 in Sarajevo, arbeitet als Autor und Forscher. Er war Mitherausgeber des Literaturmagazins SIC! in Sarajevo und des Bandes Nation and Poststructuralism (2013). Zu seinen Veröffentlichungen zählen der Roman Rastrojstvo (2013) und die beiden Essaybände Izokrenuti durbin (2020) und Kraj avanture (2021). Sein Essay Kann es nach Srebrenica noch Poesie geben? wurde ins Deutsche übersetzt und in Graz veröffentlicht (Verlag Klingenberg, 2025). Für seine Forschungsarbeit war er u.a. in Graz, Wien und Granada.

Dubravka Stojanović

Dubravka Stojanović ist ordentliche Professorin am Institut für Geschichte der Universität Belgrad. Derzeit ist sie außerdem Leiterin des Geschichtsinstituts. Sie unterrichtet europäische zeitgenössische Geschichte und die Geschichte der Globalisierung. Sie hat zehn Bücher veröffentlicht, von denen sich drei mit historischem Gedächtnis und Lehrbuchanalysen beschäftigen. Sie wurde zum Ritter des Nationalen Verdienstordens Frankreichs ernannt.

Ana Svetel

privat

Ana Svetel, geboren 1990 in Maribor, ist eine slowenische Autorin und Lyrikerin. Sie lehrt an der Universität in Ljubljana und ist u.a. Mitherausgeberin des Bandes Sensory Environmental Relationships: Between Memories of the Past and Imaginings of the Future (2023, Vernon Press). Zu ihren Veröffentlichungen zählen außerdem mehrere Lyrikbände und Kurzgeschichtensammlungen.

Justine Toms

privat

Justine Toms, geboren 1971, ist Hochschuldozentin, Autorin und Unternehmerin. Sie studierte Philosophie, Pädagogik und französische Philologie an der Universität Sofia. Derzeit ist sie Dozentin an der Neuen Bulgarischen Universität und der Software University in Sofia. In den letzten zehn Jahren beschäftigte sie sich intensiv mit der Verfolgung der Armenier:innen, den politischen Umbrüchen in Europa vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg sowie mit dem Kommunismus in Bulgarien und den dortigen Arbeitslagern.

Annemarie Türk

Nini Tschavoll

Annemarie Türk, geboren 1953 in Klagenfurt, studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Slowenische Sprache sowie kulturelles Management und Sponsoring. Von 1992 bis 2013 hatte sie die Bereichsleitung für Kulturförderung und Sponsoring bei KulturKontakt Austria inne und war für die kulturelle Zusammenarbeit mit und in 15 Ländern Ost- und Südosteuropas zuständig. Seit April 2013 ist sie selbstständig als Kuratorin und Lektorin für verschiedene Bildungseinrichtungen, kulturelle Institutionen und Universitäten tätig.

Marko Vidojković

Nebojša Babić

Marko Vidojković, geboren 1975, ist ein serbischer Autor, Aktivist, Musiker, Kolumnist und Fernsehmoderator. Er ist vor allem für seine Romane Kandže, Sve crvenkape su iste und E, baš vam hvala bekannt. Im Februar 2023 musste er aus Serbien fliehen und ins Exil gehen.

 

András Visky

Gyula Czimbal

András Visky, geboren in Neumarkt/Târgu Mureș, Rumänien, ist Schriftsteller, Dramatiker, Lyriker, Mitglied der Akademie für Sprache, Dichtung und Kunst „Széchenyi” (Budapest), Hochschulprofessor an der Fakultät für Theater und Film (Universität Babeș-Bolyai Cluj/Klausenburg) und Forschungsprofessor an der Universität Károli Gáspár Budapest. Seine Stücke wurden an bedeutenden Theatern im In- und Ausland aufgeführt.
Neben Lyrik- und Theaterbänden hat er mehrere Bücher zu Theaterkritik und Theaterwissenschaften veröffentlicht. Für sein Werk wurder er mehrfach ausgezeichnet. Kitelepítés, sein 2022 erschienener Roman, hatte internationalen Erfolg. Die deutsche Übersetzung Die Aussiedlung (Suhrkamp Verlag 2025) stammt von Timea Tankó. Der Roman gehört zu dem Projekt Trilogia Strămutării. Der zweite Roman der Trilogie, Illegalisták, erschien 2025.

Marina Vujčić

Valentino Bilić Prcić

Marina Vujčić, geboren 1966 in Trogir, Kroatien, lebt und arbeitet als Schriftstellerin, Kolumnistin und Redakteurin in Trogir und Zagreb. Sie zählt zu den bekanntesten Autor:innen Kroatiens und hat zahlreiche Romane veröffentlicht. Ihr Roman Sigurna kuća sorgt seit der Veröffentlichung in Kroatien für heftige Diskussionen. Unter dem Titel Sicheres Haus erscheint das Buch im Frühjahr 2026 im Residenz Verlag (Ü: Mascha Dabić).

Gudrun Wirtz

privat

Gudrun Wirz studierte Slawische und Romanische Philologie an den Universitäten Freiburg, Bonn und Zagreb. Seit 2006 leitet sie die Osteuropaabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek und verantwortet damit auch den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Fachinformationsdienst Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa. Sie ist Vorstandsmitglied der ABDOS.

Aleksandar Zograf

Gordana Basta

Hinter dem Pseudonym verbirgt sich Saša Rakezić, der 1963 in Pančevo (gegenüber von Belgrad an der Donau) geboren wurde. Er begann 1986, seine Comics in verschiedenen serbischen Magazinen zu veröffentlichen. Seit Beginn der 90er Jahre wurde der Großteil seiner Werke im Ausland veröffentlicht, unter anderem in Magazinen wie Weirdo, The Comics Journal, Stripburger (Slowenien), Strapazin (Schweiz), Corrier Internacional, Quadrado (Portugal) usw. Seit 2003 veröffentlicht er jede Woche zweiseitige Farbcomics für das unabhängige Belgrader Magazin Vreme. Sammelbände seiner Vreme -Comics erschienen in Serbien, Kroatien, Frankreich, Italien, Portugal, Japan und Ungarn.

Satz, Land, Fluss

Literarische Strömungen in Südosteuropa

Für den Titel des TRADUKI-Programms auf der Leipziger Buchmesse 2026 haben wir uns vom diesjährigen Fokusthema „Donau – Unter Strom und zwischen Welten“ inspirieren lassen, denn TRADUKI organisiert vier Veranstaltungen im Rahmen dieses Projektes. Aber auch bei den anderen TRADUKI-Veranstaltungen stellen wir aktuelle literarische Strömungen in Südosteuropa in den Mittelpunkt – von beindruckenden neuen Stimmen bis zu mehrfach preisgekrönten Autorinnen und Autoren. Worte sind wie Flüsse: Sie können verbinden, entzweien, mitreißen oder einen kalt lassen. Ein Fluss kann von Ufer zu Ufer, von Anlegestelle zu Anlegestelle, Bedeutung und Antlitz ändern. Ist er Endpunkt der eigenen Welt oder Sprungbrett für neue Erlebnisse? Schlusssatz oder Ankündigung?

Im diesjährigen TRADUKI-Programm bereisen wir mehrsprachige Wortlandschaften und spüren versteckte Geschichten auf. Zwischen persönlichen Katastrophen und politischen Umwälzungen, die oft Hand in Hand gehen, reisen wir dank übersetzter Neuerscheinungen von Lorina Bălteanu, Iulian Ciocan, Ilija Đurović, Ena Katarina Haler, Maja Iskra, Frosina Parmakovska, Slađana Nina Perković, Justine Toms, András Visky und Marina Vujčić von der Moldau über Rumänien nach Serbien, Kroatien und Bosnien. Wir machen halt in Nordmazedonien und Bulgarien und gehen auf einen Roadtrip durch Montenegro. Die Wirren des Krieges und politische Veränderungen haben viele Autorinnen und Autoren in Richtung Norden gebracht. Auf Deutsch schreiben Vernesa Berbo, Betty Boras und Jehona Kicaj über ihre Herkunftsländer, manchmal stark biografisch, ein andermal aus Distanz. Mit ihren Büchern gelingen Gabriela Adameșteanu, Slobodan Šnajder und Aleksandar Zograf epochale Momentaufnahmen – stiller, leiser, und doch mahnend ist die Lyrik von Ana Svetel und Robert Șerban – und nicht zuletzt im 250. Heft der manuskripte, wo die Frage gestellt wird, ob Poesie nach Srebrenica überhaupt noch möglich ist.

Auch für politische Debatten bietet TRADUKI Raum und widmet sich dem brisanten Thema der Studentenproteste in Serbien – mit Anastazija Govedarica Antanasijević, Dejan Atanacković und Michael Martens. Über Erinnerung als Form des Widerstands werden Dubravka Stojanović, Blerina Rogova Gaxha und Marko Dinić diskutieren.

Aus der Leipziger Buchmesse nicht mehr wegzudenken ist die legendäre Balkannacht im UT Connewitz. Die slowenische Rapperin Masayah wird mit subtilen Beats und ihrem ganz eigenen Flow das Publikum in ihren Bann ziehen. Fluid, geschmeidig und auf sanften Wogen wird TRADUKI so die diesjährige Edition ausklingen lassen.

Möge es für das Leipziger Messepublikum nicht das Ende, sondern erst der Anfang seiner Reise durch Südosteuropa sein.

Das TRADUKI-Team

Angelika Salvisberg, Barbara Anderlič, Marija Karaklajić, Andrej Lovšin, Radmila Radovanović, Anna Schlossbauer

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