Balkan Film Week 2026
ab 09. März 2026 | UT Connewitz | Eintritt frei
#bfw26 #traduki #utconnewitz
ab 09. März 2026 | UT Connewitz | Eintritt frei
#bfw26 #traduki #utconnewitz
Die diesjährige – nun schon achte – Balkan Film Week findet vom 09.03. bis 12.03.2026 statt.
Die Balkan Film Week ist Teil des TRADUKI-Projekts und eine cineastische Einstimmung in das vielfältige literarische Programm auf der Leipziger Buchmesse. Das Programm wurde wie in den Vorjahren von Marija Katalinić kuratiert.
Alle Filmvorführungen finden im UT Connewitz statt. Der Eintritt ist frei.
SLO/MK 2025, R: Kukla, 98′, Spielfilm, OmeU
Slowenien: Mihrije, Sina und Jasna sind drei Freundinnen, die versuchen, gegen ihr konformes und konservatives Umfeld anzukämpfen. Ihre Welt wird auf den Kopf gestellt, als sie die trans* Frau Fantasy kennenlernen. Die Begegnung mit ihr wirft neue Fragen zu Gender, Verlangen und der eigenen Selbstfindung auf. 2022 zeigte TRADUKI Kuklas Kurzfilm Sestre. Die Regisseurin entwickelte die Story der drei Freundinnen nun weiter mit dem Spielfilm Fantasy, der schon mehrfach preisgekrönt wurde, zuletzt beim Filmfestival in Triest.
BG/USA 2025, R: Kristina Nikolova, 78′, Dokumentarfilm, OmeU
Im März 2025 war Ivo Dimchevs Konzert das grandiose finale der TRADUKI-Balkannacht. Umso mehr freut es uns, dass wir nun Nikolovas Film über den Künstler zeigen können. Das intime Porträt zeigt Ivo Dimchev mit seinen Eltern in Bulgarien, seiner Schwester in den USA, in Theatersälen vor ausverkauftem Publikum oder in kleinen, beschaulichen Wohnzimmern, wo er während der Pandemie intime Konzerte gibt. Dimchev singt und spricht über Liebe und Jesus Christus, über Himmel und Hölle. Unseren Segen hat er. We will follow him.
XK 2025, R: Redon Kika, 68′, Dokumentarfilm, OmeU
Tringa, Jeta und Atdhe leben im Kosovo. Die drei, alle in ihren Zwanzigern, haben die weite Welt bis jetzt nur auf verschiedenen Bildschirmen erkunden können. Aufgrund von Visabeschränkungen durften sie ihr ganzes Leben lang noch niemals “abheben”. Als es endlich soweit ist und sie mit dem Flugzeug in die Ferne fliegen können, ist die Realität weit entfernt von den gehegten Erwartungen. Aber in der Zeit zwischen Abreise und Rückkehr wird ihnen klar, dass es sich beim Erwachsenwerden nicht darum dreht, wohin man geht, sondern zu wem man während der Reise wird.
HR/I/SLO 2025, R: Igor Bezinović, 113′, Dokumentarfilm, OmeU
Ein italienischer Dichter und Journalist aus aristokratischem Hause besetzt eine Stadt an der Adria. Stranger than fiction? Nach Ende des Ersten Weltkriegs macht sich Gabriele D’Annunzio im Herbst 1919 daran, die Stadt Fiume (bzw. Rijeka) zu besetzen. D’Annunzio und seine „Legionäre“ nehmen die Stadt anderthalb Jahre in Geiselhaft und stürzen die dortige Gesellschaft ins Chaos. In seiner Filmcollage verwandelt Bezinović die heutige Bevölkerung in Erzähler:innen, die diese skurrile Episode aus der Geschichte der Stadt „nachspielen“. So spielt sich ein schauriges Wiederaufleben ultranationalistischer Ideologien vor den Augen des Publikums ab.
Koki, Ciao! / A Whisper I Hear / Granny’s Sexual Life / Lavender
Koki, Ciao
NL 2025 R: Quenton Miller, 11’, Kurzfilm, OmeU
Der Star dieses Kurzfilms ist der 67-jährige Kakadu Koki, der einst Tito gehörte. Koki war zu Jugoslawiens Zeiten Teil des Unterhaltungsprogramms auf den Brijuni-Inseln, wo sich Tito oft mit führenden Persönlichkeiten der Blockfreien Staaten traf. Jahrzehnte später ist Koki immer noch eine Attraktion und ein Touristenmagnet. Der Film verwebt aktuelle Aufnahmen mit bisher unveröffentlichtem Material aus den Staatsarchiven und erzählt so von Kokis Leben an der Seite von Tito und dessen Gästen, zu denen u.a. Sophia Loren und Orson Welles zählten.
A Whisper I Hear
ME 2023 R: Aleksa Bujišić, 13’, Kurzfilm, OmeU
Die alltäglichen Rituale, die das Leben bestimmen, Bujišić beobachtet sie. Er beobachtet Mutter und Großmutter, wie sie ihr Leben bestreiten – Tag für Tag, Schritt für Schritt. Haar wird gekämmt, Feuer gemacht. Das Messer, das beim Frühstück auf dem Teller klappert, gibt den Ton an. Es folgt der Abend, die Nacht. Dann wiederholt sich alles aufs Neue. Doch diesem Rhythmus liegt eine Melancholie inne, denn Slavkas Mann ist verstorben.
Granny’s Sexual Life
F/SLO 2021, R: Urška Djukić, Emilie Pigeard, 14’, Kurzfilm, OmeU
Vier ältere Frauen, alle längst Großmütter, erinnern sich an alte Zeiten und sprechen über ihre Jugend, Beziehungen und, wie der Titel besagt, Sex. Wie anders damals doch alles war! In einer Mischung aus Animation und Dokumentarfilm verschmelzen die Geschichten der Großmütter und geben – schonungslos offen – Einblick in ihr von alten Traditionen geprägtes Intimleben. Ein einprägsames Porträt der slowenischen Frauen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Lavender
ME 2025 R: Mateja Raičković, 17’, Kurzfilm, OmeU
Lavender ist ein sehr persönlicher Film, der die Regisseurin Mateja Raičković dabei begleitet, sich der eigenen traumatischen Vergangenheit zu stellen. Anhand intimer Gespräche, Familienbegegnungen und ruhigen Augenblicken der Reflektion in der Natur, untersucht der Film Themen wie Zerbrechlichkeit, Trauma, Beziehungen und innere Kraft. Ein stiller und doch emotionaler Film über Umbrüche und Akzeptanz.
RO/F/BE 2016, R: Cristian Mungiu, 128’, Spielfilm, OmeU
Romeo Aldea arbeitet als Arzt in einer rumänischen Kleinstadt. Der fürsorgliche Vater hat nur einen Wunsch – seine Tochter Eliza soll in England Psychologie studieren, wo sie eine bessere Zukunft erwartet. Doch dann, kurz vor dem Schulabschluss, wird Eliza Opfer eines brutalen Überfalls. Komplett traumatisiert schafft sie es nicht, sich auf die bevorstehenden Prüfungen vorzubereiten. Um ihr zu helfen, sieht ihr Vater nur einen Ausweg. Der Film des Erfolgsregisseurs Cristian Mungiu wurde 2016 mit dem Regiepreis in Cannes ausgezeichnet. Eine komplexe Geschichte über gescheiterte Träume, Verrat und Korruption.
BiH 2024, R: Jasmila Žbanić, 75’, Dokumentarfilm, OmU & OmeU
Jasmila Žbanić versammelt in ihrem Dokumentarfilm Interviews mit Zeitgenoss:innen, Archivmaterial und Ausschnitte aus Fernsehinterviews, um an Emerik Blum und das Modell der jugoslawischen Arbeiterselbstverwaltung zu erinnern. Blum, geboren in Sarajevo, Shoa-Überlebender, gründete 1951 „Energoinvest“. Damit startete der Unternehmer eine der erfolgreichsten internationalen Firmengeschichten des sozialistischen Jugoslawiens. Das Erfolgsrezept: Menschen, Arbeiterselbstverwaltung und Innovation. Eine ungewöhnliche Lebensgeschichte und Firmenkarriere zwischen Ost und West, die heute unvorstellbar ist.
RS/SLO 2025, R: Želimir Žilnik, 118′, Dokumentarfilm, OmeU
Milan Kovačević alias Stevan Arsin ist dabei, in Wien Schallplattenaufnahmen seiner ehemaligen Jazzband zu erwerben, da läutet das Mobiltelefon. Der serbische Staat will ihm das während des Zweiten Weltkriegs enteignete Familienhaus zurückerstatten. Der schon ins Alter gekommene Arsin macht sich auf den Weg in die alte Heimat, die aus viel Habsburg und noch mehr Neuserbien besteht – und nur wenig Ex-Jugoslawien. Arsin bereist das Land und trifft auf Familie, Freunde, alte Lieben und neue Hindernisse. 1969 gewann Žilnik den Goldenen Bären für Early Works, 2023 eröffnete er mit Das schönste Land der Welt die 5. Balkan Film Week.
SLO/MK 2025, R: Kukla, 98', Spielfilm, OmeU
BG/USA 2025, R: Kristina Nikolova, 78', Dokumentarfilm, OmeU
XK 2025, R: Redon Kika, 68', Dokumentarfilm, OmeU
HR/I/SLO 2025, R: Igor Bezinović, 113', Dokumentarfilm, OmeU
NL 2025 R: Quenton Miller, 11’, Kurzfilm, OmeU
ME 2023 R: Aleksa Bujišić, 13’, Kurzfilm, OmeU
F/SLO 2021, R: Urška Djukić, Emilie Pigeard, 14’, Kurzfilm, OmeU
ME 2025 R: Mateja Raičković, 17’, Kurzfilm, OmeU
RO/F/BE 2016, R: Cristian Mungiu, 128’, Spielfilm, OmeU
BiH 2024, R: Jasmila Žbanić, 75’, Dokumentarfilm, OmeU & OmU
RS/SLO 2025, R: Želimir Žilnik, 118', Dokumentarfilm, OmeU