Happy Birthday Traduki
Vor genau zehn Jahren wurde das europäische Literaturnetzwerk Traduki in Leipzig ins Leben gerufen. Wir freuen uns sehr, dass aus Anlass dieses Jubiläums Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, die albanische Kulturministerin Mirela Kumbaro-Furxhi und Christoph Ransmayr sprechen werden.
Das Auswärtige Amt ist als eine der vier deutschsprachigen Trägerinstitutionen zugleich auch die nördlichste, das albanische Kulturministerium die südlichste Trägerinstitution von Traduki. Beide Minister werden die Arbeit des Netzwerkes und seine Bedeutung für ein Europa, das keines ohne seinen Südosten ist, würdigen. Christoph Ransmayr kennt das Projekt als Kurator der S. Fischer Stiftung, die das Projekt initiiert hat, seit seiner Gründung. Er wird das Traduki-Jubiläum zum Anlass nehmen, die Kunst der Übersetzer und ihre Arbeit zu ehren.
Von Beginn an hatte diese Initiative aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Ziel, den europäischen Kulturraum des Westbalkan mit dem deutschsprachigen Raum in Beziehung zu bringen und den kulturellen Austausch zwischen diesen Regionen zu intensivieren. Durch den literarischen Austausch und durch Übersetzungen in vielfältigen Sprachkombinationen sollte es Europäern ermöglicht werden, einander intensiver zu begegnen.
Aus Slowenien wurde bald nach der Gründung die Frage gestellt, ob das Netzwerk nicht weitere Träger aufnehmen wolle, und so wurde 2009 die Slowenische Buchagentur JAK der erste südosteuropäische Partner. Ihr folgten Kroatien (2011), das Fürstentum Liechtenstein als viertes deutschsprachiges Land (2012), Albanien und Serbien (2014), Rumänien (2015), Montenegro und die Leipziger Buchmesse (2016) und 2017 Mazedonien. Die Partner – institutionen sind dabei entweder das jeweilige Kulturministerium oder aber zentrale Institutionen der Buchförderung und der Kulturvermittlung.
Wir sind froh, dass Traduki in seinen ersten zehn Jahren kräftig gewachsen ist und mittlerweile einen Kulturraum mit zehn Sprachen ausfüllt, in dem siebzehn Trägerinstitutionen in elf Ländern über variantenreiche Grenzen hinweg Austausch und Begegnung in alle Richtungen gemeinsam gestalten.
Zoom In Romania
Die Leipziger Buchmesse lädt mit dem diesjährigen Gastland – auftritt ihre Besucher dazu ein, den Blick nach Rumänien zu richten und die Ohren und Augen der rumänischen Literatur zu öffnen. Da Rumänien zu den Ländern der Traduki-Region und das rumänische Kulturministerium seit mehreren Jahren auch In diesem Jahr haben wir viel zu feiern 3 zu den Trägern des Netzwerks gehört, haben wir in diesem Jahr rumänische Autoren und Musiker in besonderer Weise in unserem Programm berücksichtigt.
Mit den Fotografien des ungarischen Fotografen Tamás Dezso in unserem Bühnenbereich und in diesem Programmheft werfen wir einen Blick in ein ländliches Rumänien wie aus einer anderen Zeit, das es vermutlich schon sehr bald so nicht mehr geben wird. Die Bilder entstammen dem Band Notes of an Epilogue, und wir danken Tamás Dezso herzlich für seine freundliche Genehmigung, sie für die Leipziger Buchmesse 2018 nutzen zu können.
Es gibt was zu entdecken. Aus dem Leben europäischer Minderheiten
Gut zu wissen, dass wir auch im zehnten Jahr gute, spannende, junge und wieder zu entdeckende südosteuropäische Literatur in Leipzig vorstellen können. In diesem Jahr stehen die Minder – heiten Südosteuropas im Fokus. Der Schweizer Autor Cyrill Stieger entfaltet in seinem neuesten Buch Wir wissen nicht mehr, wer wir sind den deutschsprachigen Lesern eine Landkarte des Westbalkan als der Region, in der die meisten ethnischen, konfessionellen und sprachlichen Minderheiten Europas zu Hause sind. Wir haben dies für unser Programm noch weiter gefasst und werden beispielsweise auch Texte aus verschiedenen sozialen Schichten, zu unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und zur Rolle von Frauen in Gesellschaft, Literatur und Buchmarkt vorstellen. Außerdem haben wir neben Cyrill Stieger Autorinnen und Autoren aus europäischen Minderheiten eingeladen und werden hören, welche Themen sie in ihren Texten bewegen.
So ergibt sich ein Tableau von Lebensgeschichten, das wir dem Leipziger Publikum in seiner sprachlichen Vielstimmigkeit auf unserer Bühne vorstellen wollen.
Es gibt was zu entdecken!
Wir danken allen Partnern und Mitwirkenden, ohne die dieses Programm nicht möglich geworden wäre.
Aylin Rieger und Hana Stojić